Von Bienen, Blumen und Wackelpeter
Schon früh wurde ich aufgeklärt über den merkwürdigen Zusammenhang zwischen Gestaltung und Kommunikation. Auslöser war die Sache mit den Bienen und den Blumen. Eine Geschichte, an der mich jedoch weniger der Aspekt der Fortpflanzung faszinierte. Vielmehr war ich tief beeindruckt vom stets geordneten Fleiß der Bienen und dem süßen Gewinn, den wir Menschen daraus ziehen.
Als Belohnung und Motivationsschub für die kommenden Jahre beschloss ich spontan und in bester Absicht, diesen emsigen Helfern meinen heißgeliebten Nachtisch zu opfern. Doch die Spende fand bei der Zielgruppe keinerlei Beachtung; nur gierige Wespen stellten sich ein, die mir obendrein schmerzhafte Stiche versetzten. Erst später, nachdem ich den Wackelpeter in blütenkleinen Portionen großzügig über die ganze Wiese verteilt hatte, verstanden die Bienen mein Angebot und nahmen es dankbar an.
So ahnte ich schon damals: Jedes Zueinanderfinden bedarf einer Form, die dem Ziel entspricht.
Dieser im wahrsten Sinne stichhaltige Beweis für das Zusammenwirken von Kommunikation und Design gehört zu den prägenden Erkenntnissen meiner Kindheit und ist bis heute wichtigstes Leitmotiv meiner Arbeit. Weil anders ja die Biene nicht zur Blume findet.
|